Vorstellung Fresacher Toleranzgespräche 2026 im CC: Top-Panel diskutiert Widerstand mit Verantwortung

Volles Haus in der BKS anlässlich der traditionellen Programmpräsentation der Europäischen Toleranzgespräche 2026 in Kooperation mit dem Club Carinthia am 12.3.2026. Im Mittelpunkt der diesjährigen Gespräche steht das Thema „Widerstand mit Verantwortung“.

Club-Carinthia-Präsident Stollwitzer erinnerte bei seiner Begrüßung an das historische Datum des 12. März 1938 und an den Aufruf „Indignez-vous!“ des französischen Résistance-Kämpfers Stéphane Hessel. Er stellte die Frage, ob unsere Zeit nicht erneut einen ähnlichen Appell brauche – vielleicht in der Form eines „Résiste!“.

Die Keynote kam diesmal von der deutschen Theologin Ines Charlotte Knoll. Im Anschluss diskutierte ein hochrangig besetztes Podium mit dem Psychotherapeuten Arnold Mettnitzer, der Superintendentialkuratorin und Psychotherapeutin Margarethe Prinz-Büchel sowie dem Präsidenten der Europäischen Toleranzgespräche, Hannes Swoboda. Souverän moderierte Claus Reitan.

Knoll zog das Publikum bereits mit ihrer Keynote in den Bann (Zusammenfassung bzw Link zur ganzen Rede unten). Auch die anschließende Diskussion entwickelte große Dynamik – nicht zuletzt, weil unterschiedliche Perspektiven aufeinandertrafen: Während Mettnitzer und Prinz-Büchel stärker aus einer psychotherapeutisch-ethischen Sicht argumentierten, forderte Swoboda mehr Realitätssinn und warnte vor einem zu predigthaften Idealismus.

Dank gilt der BKS - und hier Frau Sabine Schuster - für ihre tatkräftige Mithilfe bei der Vorbereitung sowie für die Betreuung des Buffets, gesponsert von der BKS!   

Zusammenfassung Keynote Dr. Knoll:
Die evangelische Theologin Ines Charlotte Knoll kritisierte beim Europaforum in Wien das „Allmachtdenken“ der Politik und rief zu Widerstand gegen Krieg, Ungerechtigkeit und Machtmissbrauch auf. Sie betonte, dass fehlende Empathie ein Zeichen für den moralischen Zerfall einer Gesellschaft sei und dass Menschen Verantwortung tragen, sich gegen Unrecht zu stellen. Dabei verstand sie „Sünde“ als Entfremdung von Gott und von sich selbst und verwies auf historische Beispiele des gewaltfreien Widerstands.

Widerstand sei jedoch immer individuell und könne persönliche Opfer verlangen. Als wirksamste Mittel gegen Gewalt nannte Knoll das Gespräch, Kreativität und Poesie, die Menschen innerlich berühren und zum Nachdenken bringen können. In Anlehnung an Dorothee Sölle bezeichnete sie Mystik als Form des Widerstands und betonte, dass echter Frieden nur durch Dialog entstehen könne.
Youtube link: https://youtu.be/NnzZCP0ODDE